Westwall - Der Denkmalwert des Unerfreulichen

Extensive military defences were dug into the landscape of central Europe in the first half of the 20th century. The cost was enormous: the lives of forced labourers, a huge proportion of economic output expended and scars many 100s of miles long. These defences might have been useful as a propaganda tool. Militarily, they were out-dated before their completion. A useless exercise in the face of the military technology of the day, making the sacrifices even more poignant.


What to do with the material evidence of a past, which one would rather forget? In Germany, ‘the value for remembrance of the unpleasant’ is still being grappled with in discourse and in everyday life. Some traces are removed, when they are in the way of the present. Some traces are being covered up to stop people entering dangerous structures. Other parts are protected and documented within their historical context to prevent the installations being misused for political purposes. Large stretches of it are simply being reclaimed by nature.


This project documents the remaining traces in the landscape of a small section of the Westwall (Siegfried Line), covering bunkers, trenches and tank barriers located in the Bienwald, near Schaidt in south-western Germany. This section was used as a staging post for the German attacks against France in 1940. It saw fighting again in late 1944 and until March 1945, when it delayed but did not stop the advances of the US and French armies. I am capturing the ambiguity with which society sees these traces by shrouding them in the picturesque. Enhancing the reality of the natural surroundings and presenting the work with extensive detail makes the captured evidence recede into the background even more, while at the same time documenting and publicising its existence.

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Westwall - Der Denkmalwert des Unerfreulichen 

Umfangreiche militärische Verteidigungsanlagen wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in die mitteleuropäische Landschaft gegraben. Der Preis war hoch: Zwangsarbeiter verloren ihr Leben, ein großer Teil der Wirtschaftsleistung wurde abgezogen und Narben zogen sich durch die Landschaft, viele hunderte Kilometer lang. Diese Anlagen dienten vor allem der Propaganda. Militärisch waren sie bereits vor ihrer Fertigstellung veraltet. Ein nutzloser Aufwand angesichts der Militärtechnologie der damaligen Zeit, sodass die Opfer noch sinnloser erscheinen.


Was macht man mit den Hinweisen auf eine Vergangenheit, die man lieber vergessen möchte? Der `Denkmalwert des Unerfreulichen` wird weiterhin intensiv diskutiert. Auch wenn jetzt ein flächendeckender Denkmalschutz besteht, werden weiterhin Teile des Westwalls entfernt, wenn sie der Gegenwart im Weg sind. Installationen werden verdeckt, damit niemand zu Schaden kommt. Andere Teile werden geschützt und im Kontext ihrer Geschichte dokumentiert, um zu verhindern, dass sie für politische Zwecke missbraucht werden. Große Teile der Befestigungen werden einfach der Natur überlassen.


Das hier gezeigte Projekt dokumentiert die verbliebenen Hinweise auf einen kleinen Teil des Westwalls, einschließlich der Bunker, Schützengräben und Panzersperren im Bienwald, in der Nähe von Schaidt im Südwesten Deutschlands. Dieser Abschnitt wurde als Ausgangsort für die deutschen Angriffe gegen Frankreich im Jahr 1940 genutzt. Gegen Ende 1944 und bis März 1945 konnte der Westwall auch in diesem Abschnitt die Angriffe der Amerikaner und Franzosen nur kurz aufhalten. Die Fotografien erfassen die Unklarheit, mit der die deutsche Gesellschaft an die Geschichte des Westwalls herangegangen ist, indem sie dessen Überreste im Malerischen verschleiern. Durch die Darstellung von umfangreichen Details wurde das Natürliche absichtlich betont. Auf diese Art und Weise dokumentieren die Fotografien die Überreste und lassen sie auch gleichzeitig in den Hintergrund treten.